Mittwoch, 18. Oktober 2017

Wahrheiten

Manchmal schlägt einen die Wahrheit mit Schweigen.
Man bringt kein Wort heraus,
doch das Leben schreibt sich weiter.
Es braucht dazu nicht mal eine Hand.

Samstag, 14. Oktober 2017

Vierte Jahreszeit

Schulterzuckend sehe ich der vierten Jahreszeit entgegen.
Kommt sie leis weiß oder verwegen in Eis?
Abende, jetzt schon dunkel, oft melancholisch still.
Die Zeit zeigt sich so wie ich sie nicht will.
Fragen bleiben ungelöster, Antworten sind keine Tröster.
Ich bin dem allen nicht gerne aufgetan,
spüre den Winter nahen, so ohne Erwartung und Widerhall.
Winter, ich hoffe du kommst zu kurz und recht schmal.

Freitag, 13. Oktober 2017

Elbe

Der Strom, nachtstill und schwarz sein Gesicht,
oberhalb der Stadt vereinzelt ein Licht
und der Regenvorhang dicht.
Dreimal schreit ein Boot, bevor die Elbe es weiter zieht
in ihre Dunkelheit.
Ein Käuzchen lockt.
Aufgewacht.
Ein Traum - gemacht aus Mondlicht und Wellenschlag ...

Einfach du

Du hast, was ich nicht habe
und bist, was ich nicht bin.
Mit welchem Sinn habe ich dich in die Ferne gedrückt,
die ich immer noch zu erreichen hoffe, 
was jedoch stets missglückt?
Wird es uns möglich,
unser Schweigen mit Worten noch zu erreichen?
Die meinen kann ich streichen,
sie sind so arm,
für dich mehr kalt als warm -
zu alltäglich, kläglich.
Und du bist darin auch nicht reich -
nur einem Seufzer gleich....

Dienstag, 10. Oktober 2017

Es tut gut, wenn es glückt

Ein Vogel der Nacht fliegt mit traurigem Flügelschlag
durch gelbes Mondland.
Ich fand mich auf der Traumstraße wieder,
Lider legen sich nieder und ich denke noch:
Was sich in meinem Traume nicht bis zum Letzten gibt,
wird vergeudet.
Der Traum verrinnt, nichts erbeutet, was ich mitnehmen könnte
für den Tag.
Doch ich mag denken, bin davon so plötzlich entzückt,
dass der kommende Tag alles Dunkle, alles nicht Erkennbare
bestimmt ins Helle rückt.
Es ist geglückt!

Montag, 2. Oktober 2017

Gewiss

Es regnete leise.
Die Nacht zeigte sich in ihrer Stille schwarz und mir ist,
als würde ich in ihr etwas verlieren,
konnte es fast körperlich erspüren,
wenn ich nur wüsste, was?
Es war der Traum.
Nur ein Traum.
Ich sagte dir, dass ich dich liebe!
Damit habe ich der Wahrheit Worte verliehen
und hoffe, dass du weißt - sie wiegen doppelt schwer,
wenngleich auch sanft und süß.
Auf jeden Fall gewiss.

Sonntag, 1. Oktober 2017

Gestern war

Gestern hatte ich dich vergessen, 
vielleicht, weil die Helligkeit des Tages kühl daher kam,
obwohl die Sonne über mein Gesicht ging
als ich an diesem Gedicht fest hing.
Es war grausam.
Ich litt unter deiner Unerreichbarkeit,
denn du bist und bleibst doch immer meine Sicherheit.
Bin ich dunkel, bist du hell,
bin ich langsam, bist du schnell.
Warum nur habe ich dich gestern
einfach so in die Ferne gestellt,
so raus aus meiner kleinen Welt?
Ich war wohl schwach und arm.
Vielleicht waren auch alle Worte schon vertan
und ich selbst nicht ganz so aufgetan.
Ach, ich freue mich jetzt schon
auf eine deiner Gesten....

Für meinen Mann

Du, der Mann, mein Wunsch,
um den ich tausend Träume legte,
den ich mit Zärtlichkeiten regte,
an dem kein Wort vertan.
Nirgends hab ich dich zurück gelassen,
du gehst sogar als Schatten mit
durch alle Gassen,
aus jeder Nähe/Ferne
nehme ich dich mit und fühl',
dass du es bist - der Mann -
der mein Leben war und ist.

Montag, 18. September 2017

Dieser Ton schuf Musik

Die  Melodie, ich hörte sie.
Das Rätsel begann - kam es von der Kirche nebenan?
Übt irgendwo in der Nähe jemand diesen Klarinettenton?
Oder war es gar ein Saxophon?
Wir gingen darauf zu, der Singsang war ganz nah -
da sah mein Mann die Löcher im Brückengeländer - daaa -
die Mär vom Wolfsziegel kennt er, ihr auch?

Es waren einst Dachdecker, die ein Dach neu einzudecken hatten.
Sie arbeiteten fleißig. Der Tag  war sehr heiß. Vom Hausbesitzer
wurden keine Getränke zur Erfrischung gereicht, kein Kasten Bier
zum Feierabend hingestellt.
Genau dann fertigte man diese Wolfsziegel an. Sie hatten irgendwo
Löcher, die keiner sah. Und dieser Ziegel wurde mit aufs Dach gelegt,
bekam seinen Platz wie alle anderen auch. 
Doch, was dieser Ziegel konnte, konnten die anderen nicht - er konnte
heulen wie ein Wolf und zwar dann, wenn der Wind übers Dach fegte.
Der Ton war so lange zu hören, bis der Wind sich legte.

Ob das Brückengeländer auch unter durstigen Qualen gebaut?
Oder war es Absicht, war dem Erbauer von anderswoher  dieser Ton
so sehr vertraut?
Purer Zufall?
Na dann!
Egal, wir freuten und daran!
Was ein einfaches Brückengeländer doch  für Freude erzeugen kann!!!